Hämatit

Bei dem Hämatit handelt es sich um eines der bekanntesten und verbreitetsten Minerale. Das Roteisenerz, wie der Hämatit auch genannt wird, ist sowohl in Kristall- sowie traubenförmigen Systemen zu finden. Hämatit ist eines der ersten Minerale, dass der Mensch abbaute.

Als Bestandteil vieler Edelsteine verleiht das Mineral diesen eine rote Farbe oder Zeichnung. Die verschiedenen Roteisenerz-Varianten erhielten im Mittelalter im Deutschen die Bezeichnung Blutstein, was allerdings nicht zu verwechseln ist mit der englischen Bezeichnung Bloodstone, denn diese bezieht sich auf den Heliotrop.

Die Bedeutung des Hämatit in früheren Kulturen

Schon in früheren Kulturen wurde der Hämatit mit Blut assoziiert und bei Blutkrankheiten angewandt. Der Blutstein wurde in der Antike zum Heilen von Wunden und zur Blutstillung genutzt und darüber hinaus diente er den Kriegern als Talisman, der ihr Leben in der Schlacht schützen sollte. Von den alten Ägyptern wurden dem Stein die Fähigkeiten zugeschrieben, Frieden und Unsterblichkeit zu stiften. Sie verehrten den Stein sehr und er diente als häufige Grabbeilage in vielen Pharaonengräbern in Form von Amuletten. Von anderen Kulturen wurde der Hämatit als Glücksbringer verehrt und so fertigten die Araber und Babylonier aber auch die Ureinwohner Amerikas fertigten Amulette aus Blutstein, bspw. in Herzform. Diese sollten den Trägern umfassendes Glück bringen. Im Orient sollte der Hämatit seinen Träger vor Gefahren warnen und die Jungfrauen vor dem bösen Blick oder dem Fluch einer Hexe schützen.

Die Herkunft des Hämatit

Der Hämatit wird bereits seit mehr als 80.000 Jahren abgebaut und entsprechende Funde sind im Bergbau aus der Altsteinzeit unteranderem in Ungarn und Polen zu finden. Aber auch die Assyrer des Altertums sowie die antiken Etrusker bauten den Hämatit ab und nutzten ihn.

Große Lagerstätten fanden sich im Mittelalter im Gebiet des Thüringer Waldes und bis heute liegen die Fundstellen unter anderem im nordrhein-westfälischen Siegerland und im bayerischen Wölsendorf. Überall auf der Erde ist der Hämatit verbreitet und ganz besonders große Exemplare wurden in Brasilien gefunden. Weitere bedeutende Fundstellen liegen auf der Insel Elba und auch in Marokko, Russland und den USA wird das Mineral abgebaut. Zudem konnten die Raumsonden der NASA den Hämatit auf dem Mars ausmachen und das wird als Nachweis für Wasservorkommen gedeutet.

Der Hämatit und seine Handelsformen

Da der Hämatit einen großen Artenreichtum aufweist, und es auch klare Unterscheidbarkeit der Formen gibt, bestehen bestimmte feststehende Namen für ganz besondere Hämatite:

  • Eisenglanz

Gut auskristallisierte Hämatitvarietäten werden in der Mineralogie als Eisenglanz bezeichnet.

  • Hämatit-Rose oder Eisenrose

Diese Bezeichnung beschreibt ein Aggregat in Rosettenform.

  • Hydro-Hämatit, Turgit oder Turit

Hydro-Hämatite sind besonders dichte Aggregate, die Wasser enthalten und bunte Anlauffarben zeigen.

  • Martit

Aus Magnetit bestehende Pseudomorphosen werden als Martit bezeichnet.

  • Specularit

Hämatitkristalle, die tafelförmig auf einer anderen Hämatitart, dem Roten Glaskopf, wachsen, nennt man Specularit.

  • Schuppiger Roteisenstein oder Eisenglimmer

Der so bezeichnete Hämatit ist, wie der Name schon sagt, ein schuppiges Aggregat.

  • Roteisenerz oder Rosenstein

In der Mineralogie werden fein kristallisierte Arten des Hämatits als Roteisenerz oder Rosenstein bezeichnet.

  • Roter Glaskopf, Nierenerz oder Eisenniere

Aggregate, die einem Glaskopf ähneln und ein Nierenwachstum zeigen, nennt man Roter Glaskopf. Auf ihnen bilden sich teilweise besondere Hämatitkristalle, die Specularit genannt werden.

  • Teufelswürfel

Dieser Hämatit besteht aus würfelartigen Hämatitkristallen in perfekter Ausformung.

Die Geschichte des Hämatit

Das griechische Wort „Haemateios“ ist das Ursprungswort für den Ausdruck Hämatit und dieses bedeutet übersetzt so viel wie „blutig“. Das ist darauf zurückzuführen, dass beim Schleifen des Hämatit sich das Schleifwasser rot verfärbt. Es ist somit kein Wunder, dass die Verwendung von Hämatit als roter Farbstoff bereits in der Altsteinzeit für die Höhlenmalereien eingesetzt wurde und das ist auch belegt. Die ältesten Höhlenmalereien mit Hämatit liegen 40.000 Jahre zurück. Auf der griechischen Insel Thasos befindet sich die älteste Hämatit-Förderungsstätte Europas. Dort wurde der Edelstein bereits 20.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung abgebaut. Aber auch in Deutschland finden sich vorgeschichtliche Bergbauspuren, wie etwa im Schwarzwald oder in Bad Sulzburg. Dort entstand die Hämatit-Förderung etwa um 5.000 v. Chr. Der Hämatit wurde in der Antike auch als Specularit bezeichnet und das bedeutet so viel wie „Spiegelstein“, denn er diente im alten Rom oder bei den Ägyptern nicht nur als Schmuckstein, sondern wurde auch als fein polierter Spiegel verwendet.

Die Wirkung des Hämatit

Vom Hämatit wird Mut gespendet und er schenkt Lebenskraft. Aus diesem Grund ist der Edelstein der ideale Begleiter für jene Phasen im Leben, in denen man sich schwertut, da die Dinge einfach nicht so richtig in Gang kommen. Der Hämatit steigert auf der psychischen Ebene nicht nur die Spontanität, sonder er sorgt auch dafür, dass man mehr Tatkraft und Entschlossenheit erhält, um wichtige Projekte mit dem notwendigen Elan anzugehen. Der Träger des Hämatit legt seinen Fokus wieder mehr auf sein Ziel und kann entscheiden, was wirklich wichtig ist. Das hängt auch mit den magnetischen Eigenschaften des Steins zusammen, der wie ein Kompass für die Seele fungiert.

Auf der körperlichen Ebene sorgt der Hämatit für einen stabilen Kreislauf, da die körpereigene Sauerstoffzufuhr ankurbelt. Dabei kommt es zu einem angenehmen Nebeneffekt: Zusätzlich werden die Entgiftung und die Entschlackung gefördert. Selbst bei PMS-Problemen oder Menstruationsbeschwerden wirkt der Hämatit als Heilstein positiv.

Seine Wirkung entfaltet der Hämatit am besten auf dem Wurzelchakra und auf der astrologischen Ebene ist der den Sternzeichen Widder, Skorpion und Jungfrau zugeordnet. Um den Hämatit zu entladen ist es ausreichend in mit Bergkristall-Trommelsteinchen in eine Schale zu legen – zugleich werden die Bergkristalle wieder aufgeladen.

Echter Hämatit, Imitationen und Verwechslungen

In seiner Struktur ähnelt der Hämatit vielen anderen Mineralien, so dass es durchaus zu Verwechslungen kommen kann. Oftmals ist es nur durch mineralogische Untersuchungen möglich, der Verwechslung auf der Spur zu kommen. Im Labor kann aber auch eine Mischung aus Hämatit mit Magnetit, Limonit und Ilmenit nachgewiesen werden. Einfacher ist es hingegen, eine Unterscheidung aufgrund der Struktur vorzunehmen, wobei der Hämatit von dieser Seite her dem Zinnober ähnelt, allerdings ist der Unterschied durch die rote Stichfarbe erkennbar. Auch Ilmenit und Limonit können vom Hämatit aufgrund der Stichfarbe auseinandergehalten werden, denn der Strich ist beim Ilmenit violettbraun und beim Limonit braun. Die Nachbildungen von Hämatit bestehen aus gepressten und gesintertem Eisenoxidpulver.

Wurde der Hämatit traditionell vor allem als Trauerschmuck verwendet, so wird er heute als Rohstein, Trommelstein, in Kugelform, als Kette oder Anhänger angeboten. Zudem ist er ein vielseitig eingesetzter Heilstein. Aber auch in der Industrie findet der Hämatit heute Anwendung. Dort wird er als Rohstoff für die Eisen verarbeitende Industrie und zudem auch für die Herstellung von Farben genutzt.